Aus dem Stand der Technik leitet Herr Steinmeier die Motivation seiner Masterarbeit, nicht nur aus rein wissenschaftlicher Sicht, sondern ebenso aus gesellschaftlicher Perspektive zielgerichtet ab. Im Rahmen seiner Arbeit modifiziert Herr Steinmeier die Ausgangslegierung Ti-6Al-7Nb mit unterschiedlichen Kupfergehalten, führt Dispersi- täts- und Fließfähigkeitsanalysen durch, bestimmt im Rasterelektronenmikroskop die chemische Zusammensetzung, Struktur und Morphologie der Pulver und „ver- druckt“ diese mittels pulverbettbasiertem Laser-Strahlschmelzen. Wobei „Verdru- cken“ einfacher gesagt als getan ist, denn nicht jedes neue Pulver lässt sich so ein- fach verarbeiten. Oftmals, und auch diese Erfahrung hat Herr Steinmeier gemacht, sind lange und aufwändige Parameterstudien mit hunderten von Würfelproben er- forderlich, um einen geeigneten Parametersatz zu entwickeln, der nicht nur „dichte“ Würfel ergibt, sondern mit Hinblick auf den adressierten Anwendungsfall auch eine passende Oberflächenrauheit in möglichst kurzer Druckzeit erzeugt. Und damit noch nicht genug, die fertigen Proben wollen auch analysiert und ggf. nach- und wärmebe- handelt werden, um sowohl die mikrostrukturellen als auch die mechanischen und biokompatiblen Eigenschaften einzustellen. Hier entwickelte Herr Steinmeier eine angepasste Wärmebehandlungsroutine und zeigte mittels Härtemessungen, Licht- und Rasterelektronenmikroskopie sowie der Röntgendiffraktometrie, dass es mög- lich ist, seine neuen Legierungen nicht nur mittels additiver Fertigung zu verarbei- ten, sondern dass sie hinsichtlich ihrer Eigenschaften großes Potential haben, für verschleißfeste, biokompatible und infektionshemmende Hüftprothesen eingesetzt zu werden. Wie wir heute, basierend auf Untersuchungen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wissen, lassen sich auch die positiven antibakteriellen Eigen- schaften des beigemengten Kupfers belegen. Somit hat Herr Steinmeier das von ihm gesetzte Ziel, eine innovative, verschleißfeste, biokompatible und infektionshemmende Legierung für ein 3D-gedrucktes Hüftim- plantat zu entwickeln, in vollem Umfang erreicht. Aktuell forscht er in enger Zusam- menarbeit mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Universität Dortmund daran, aus seinen entwickelten Legierungen den besten Kandidaten aus- zuwählen, der sich auch im Belastungsfall beweist und die Bildung von Biofilmen vermeidet sowie passende tribologische Eigenschaften besitzt. Mit diesem Material können dann die die ersten neuen Implantate gedruckt werden. Von daher freue ich mich außerordentlich, dass die herausragende Leistung von Herrn Steinmeier mit dem Preis für herausragende Abschlussarbeiten durch die Uni- versität Paderborn belohnt wird. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch. Prof. Dr.-Ing. habil. Mirko Schaper