Vom Baum in den Bembel „Ebbelwoi“ oder „Ebbelwei“ wird Frankfurts wohl bekannteste Spezialität genannt: der Apfel- wein. 2022 wurde die hessische Apfelweinkultur sogar von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe ernannt. Apfelwein ist nicht nur Identität, sondern auch gelebte und im besten Sinne nachhaltige Tradition. Egal ob jung oder alt, ob traditionell oder hip: Enthusiast*innen sorgen dafür, dass Frankfurts Apfelweinszene in Bewegung bleibt. Ganz vorne mit dabei sind die Keltereien, darunter alteinge- sessene Familienbetriebe wie Nöll oder Possmann, die ihr Repertoire immer weiterentwickeln. Apfel- glühwein mit Zimt und Nelken, Cider Spritz oder zweifach gegärter Apfel-Schaumwein – die Auswahl ist groß genug für jede Jahreszeit und Stimmung. Viele Frankfurter Restaurants keltern aber auch ihr eigenes „Stöffche” – und entwickeln selbst Spezialitäten vom sortenreinen Saft bis zum frischen Apfelwein-Secco. Ein Tipp für alle, die dazu Lust auf authentische hessische Küche haben: Die R E Z E P T Grüne Soße Bei der Frankfurter Grüne-Soße-Kombination spielen sieben besondere Kräuter die Hauptrolle. © # Kräuter (insgesamt ca. 300 g): 2 Borretsch 2 Kerbel 2 Kresse 2 Petersilie 2 Pimpinelle 2 Sauerampfer 2 Schnittlauch G u t e n A p p e t i t ! Weitere Zutaten: 2 400 g Schmand oder saure Sahne 2 1 EL Essig (Sorte nach Geschmack) oder Zitronensaft 2 1 TL Senf 2 Salz und Pfeffer nach Geschmack visitfra nkfurt, plazy, Isabela Pa c i n i Zubereitung: Die sieben Kräuter fein hacken. Gehackte Kräuter mit Schmand oder saurer Sahne vermischen, Essig oder Zitronensaft hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Soße kalt servieren. Dazu passen Pellkartoffeln und halbe, gekochte Eier. Und: Je nach Anteil der einzelnen Kräuter schmeckt jede Grüne Soße anders – und kein Frankfurter verrät sein eigenes Geheimrezept. 19 © #visitrheinmain, David Vasicek Restaurants im Verbund „Hessen à la carte” setzen auf heimische Zutaten, kurze Wege und guten Geschmack. Bei allen Innovationen behält der Klassiker seinen Platz. In den traditionellen Apfelweinrestaurants in Sachsenhausen kommt der Apfelwein stilecht aus dem Bembel, einem grauen Steinkrug mit blauem Muster. Getrunken wird aus dem Gerippten, einem Glas mit Rautenmuster: Das ist nicht nur griffiger, es führte gerade auch in Zeiten vor elektrischem Licht dazu, dass der Apfelwein immer schön dunkelgelb leuchtete. Dazu gibt’s gerne die legendäre Frankfurter Grüne Soße, Handkäs’ mit Musik und zum Nachtisch ein Mispelchen. Frankfurter*innen trinken den Apfelwein übrigens am liebsten pur oder als „Sauer Gespritzten“, also mit Sprudelwasser. Wie die Apfelweinlokale gehört auch die Kleinmarkthalle zum festen Bestandteil der Frankfurter DNA. Hier treffen Regionalität und die weite Welt aufeinander: An über 60 Markt- ständen gibt’s Produkte aus der Region und internationale Spezialitäten, oben auf der Empore mit dem „Daheim” ein richtig schönes Apfelweinlokal. Überhaupt ist die Kleinmarkt- halle vor allem ein Ort zum Reden und Genießen.