Liebe Gemeinde, es ist 20 Uhr, ich stehe an der Bushalte- stelle am S-Bahnhof in Markkleeberg, es ist kühl, sanft weht der Wind um meinen Kopf. Gerade war ich bei der Sitzung des Ausschusses für Öffent- lichkeitsarbeit. Wir sprachen über das nächste Jahr. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: unsere Gemein- den vereinigen sich, wir werden Teil eines neuen Schwesterkirchverhält- nisses. Vieles gilt es zu bedenken, Vieles muss noch miteinander be- sprochen und dann gemeinsam gestaltet werden. Doch wir sprachen auch über dieses Nachrichtenblatt. Ich wurde gefragt, ob ich diesen Impuls ein letztes Mal verfassen möchte, um mich auch auf diese Weise bei Ihnen zu verabschie- den. Gern. Denn auch bei mir werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. So beende ich mit dem Jahreswechsel meine Tätigkeit hier in den Kirchge- meinden in Markkleeberg, um mich voll und ganz auf mein Erstes Kirch- liches Examen im kommenden Jahr konzentrieren zu können. Ich fühle mich gestärkt durch meine Zeit bei Ihnen, bin aber auch etwas aufgeregt, wenn ich an die Prüfungen denke. Und wie ich so an der Bushaltestelle stehe, in Gedanken vertieft, spricht mich plötzlich jemand an. "Wollen Sie eine Cola haben?" Ich blicke verdutzt auf. Vor mir steht ein Busfahrer, einen Pizzakarton in der einen Hand, eine Flasche Cola in der anderen. Er wieder- holt sich. Ich greife zu, bedanke mich. "Hat mir der Pizzabäcker geschenkt, G r a fi k : P f e ff e r hab aber schon eine im Bus. Kannst sie gern haben." Ich bedanke mich noch- mals, er geht weiter. Mir fehlen die Worte. Ich habe mich einfach gefreut – über eine Flasche Cola. Manchmal sind es eben doch die kleinen Ereignisse… Wir gehen mit großen Schritten auf das Weihnachtsfest zu. Jede und jeder ver- bindet ganz spezifische Vorstellungen, Wünsche und auch Erwartungen damit. Was schenke ich wem? Wird das Essen diesmal allen schmecken? Habe ich je- manden vergessen? Ich frage mich: Müssen es immer die großen Geschenke sein? Die großen Gesten? Sind es nicht manchmal auch die kleinen Ereignisse, die Weihnachten so besonders machen? Ein Lächeln, eine kleine Aufmerksamkeit, ein ehrliches Dankeschön. Gott kam nicht mit einem großen Paukenschlag in diese Welt, sondern als kleines, zartes, neugeborenes Kind. Es sind bei all den großen Ereignissen also auch manchmal die ganz kleinen, die den Unterschied machen. Und den Blick dafür, den wünsche ich Ihnen. Ihnen allen ein besinnliches und geseg- netes Weihnachtsfest und alles Gute für Ihre weiteren Wege – im Privaten wie auch als Gemeinde. Machen Sie's gut! 3