Beratung Kantone StarʼTerre: Brücken bauen zwischen Landwirtschaft und Ernährung Urs Zaugg, Mitglied des Star’Terre-Lenkungsausschusses, Vertreter des Kantons Freiburg und wissenschaftlicher Berater am DIAF Die Landwirtschaft steht heute vor Herausforderungen, die weit über die Produktion hinausgehen: Nachhaltigkeit, Klimawandel, Wertschöp- fung, Ernährungssicherheit oder veränderte Konsumgewohnheiten betreffen das gesamte Ernährungssystem. Lösungen brauchen daher neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbei- tung, Handel, Gastronomie, Forschung und öffentlicher Hand. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich Star’Terre. Die Platt- form bringt Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, unter- stützt innovative Projekte und fördert den Austausch entlang der Wertschöpfungskette. Ihre Stärke liegt in ihrer Fähigkeit, Unternehme- rinnen und Unternehmer aus Produktion, Verarbeitung und Vermark- tung mit Konsumentinnen und Konsumenten zusammenzubringen, damit konkrete Projekte entstehen. Dieser Ansatz verändert auch die landwirtschaftliche Beratung. Neben der Vermittlung von Fachwissen übernehmen Beratungspersonen zunehmend die Aufgabe, Menschen zu vernetzen, Prozesse zu begleiten und die gemeinsame Entwicklung von Innovationen zu fördern. Damit werden sie zu Bindegliedern zwischen verschiedenen Fachgebieten. Der wichtigste Beitrag von Star’Terre besteht darin, Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterstützen und die Akteure aus Landwirtschaft und Ernährung einander näherzubringen. Indem die Plattform Begeg- nungen, Kooperationen und die Entstehung wertschöpfender Pro- jekte fördert, schafft sie die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung nachhaltigerer, widerstandsfähigerer und stärker in den regionalen Gegebenheiten verankerter Ernährungssysteme. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn aus Kontakten kon- krete Projekte, marktfähige Produkte oder neue Geschäftsmodelle ent- stehen. Öffentliche Unterstützung lässt sich langfristig nur rechtfertigen, wenn daraus ein erkennbarer Nutzen für Landwirtschaft, Wirtschaft oder Gesellschaft resultiert. PFAS: eine neue Herausforderung für Landwirtschaft, Behörden und Lebens- mittelwirtschaft PFAS stellen Landwirtschaft, Behörden und Lebensmittelbranche vor neue Her- ausforderungen. Mit der PFAS-Plattform und dem dazugehörigen Beratungsleit- faden stellt Agridea Beratungspersonen und Landwirtschaftsbetrieben praxisna- hes und direkt anwendbares Wissen zur Verfügung. Die Plattform bündelt aktuelle Erkenntnisse, Praxisbeispiele sowie Infor- mationen zu Monitoring, Probenahme und zum Vorgehen bei positiven Befunden. PFAS betreffen auch die Ernährung, da sie über Böden, Wasser, Futtermittel oder bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnis- se in die Lebensmittelkette gelangen kön- nen. Gleichzeitig entwickelt die Agridea gemein- sam mit den Kantonen St. Gallen, Appen- zell Ausserrhoden und Appenzell Inner- rhoden sowie Agrofutura ein Projekt zur Erarbeitung eines schweizweit an- wendbaren Case-Management-Konzepts für Landwirtschaftsbetriebe, die von PFAS-Belastungen betroffen sind. Mehr Informationen Solothurn: Landwirtinnen und Land- wirte sowie Konsumentinnen und Konsumenten testen gemeinsam die Ernährung von morgen Im Rahmen des BLW-Ressourcenprojekts «Agrarökologische Transformation von Landwirtschaft und Ernährung» erproben zehn Solothurner Landwirtschaftsbetriebe neue, nachhaltigere Praktiken. Gleich- zeitig untersuchen 150 Konsumentin- nen und Konsumenten ihre Ernährungs- gewohnheiten, insbesondere im Umgang mit Lebensmittelverschwendung. Das Pro- jekt will die Nachhaltigkeit und Resilienz des Ernährungssystems stärken, indem es Produktion und Konsum durch gemeinsa- mes Erproben und Lernen näher zusam- menbringt. Das Projekt wird von der Agri- dea begleitet. Mehr Informationen 7