Jochen E. Köppen Jahrgang: 1963 Studium Wirtschaftsingenieur- wesen (Maschinenbau), Hochschu- le Offenburg (Abschluss 1988). Tätigkeiten im elterlichen Betrieb, in einem niederländischen Reede- rei- und Logistik-Konzern sowie im Fahrzeugbau. Seit 2002 bei der Köppen GmbH, seit 2008 Geschäftsführer. Gegründet 1993: Familienhistorie im Transportgewerbe in Duisburg seit rund 150 Jahren. Fläche: ca. 23.000 m2. Ca. 150 Mitarbeiter. Umsatz 2025: rund 18 Mio. Euro. Fuhrpark: ca. 50 ziehende Einheiten: 48 Sattelzugmaschinen (Daimler Truck, Scania, MAN). 2 Motorwagen mit kurzgekoppelten Tandemanhängern. Rund 85 Tankcontainer-Chassis: darunter 2 Kippchassis und 2 Chassis mit Wiegeeinrichtung. Hersteller: u. a. Van Hool, LAG, Dennison, Fliegl. meinsam mit Fliegl entwickelte das Unterneh- men daher ein angepasstes Chemie-Chassis. Die Lösung besteht in einer veränderten Last- verteilung zwischen Sattelkupplung und Achsaggregat. Rund fünf Prozent weniger Containergewicht lasten auf der Sattelplatte als bei einem Standard-Chassis. Dadurch wird die Hinterachse der Zugmaschine ent- lastet, ohne dass Nutzlast verloren geht. „Die Herausforderung war, die Geometrie anzupas- sen, ohne das Fahrzeug zu verlängern oder es nur noch mit elektrischen Zugmaschinen ein- setzen zu können“, sagt Köppen. Das Chassis bleibt somit auch hinter dieselbetriebenen Sattelzugmaschinen nutzbar. Für Fuhrpark- verantwortliche bedeutet das: Wer schwere Stromer einsetzt, sollte die Wechselwirkung zwischen Zugmaschine und Auflieger frühzei- tig berechnen – insbesondere bei hohem Ge- samtgewicht. Flüssigkeiten und Gase Das neue Chassis ist für Tankcontainer bis 26' (7,82 m) ausgelegt. Transpor- tiert werden Flüssigkeiten und Gase in unterschiedlichen Werkstoffen, überwie- gend Gefahrgüter der Klassen 3, 6.1, 8 und 9. Verbaut ist ein Dreiachs-Aggregat mit entsprechend ausgelegten Achsab- ständen, um die zulässigen Achslasten auszuschöpfen. Die Anpassung betrifft nicht einzelne Bau- teile, sondern die statische Gesamtvertei- lung. Köppen betont, dass die konstruktive Lösung nicht isoliert betrachtet werden darf: „Der Beschaffung des Aufliegers ging die Entscheidung für die Elektromobilität vo- raus.“ Erst mit klaren Parametern der Zug- maschine – Radstand, Achslasten, Batterie- gewicht – sei eine belastbare Auslegung möglich gewesen. ConTraiLo 2/2026 31